Horace: Noise Never Sleeps (True Call 2007)
01 low end 04:49
02 electric phenomena 05:04
03 klingklangkaracho 02:34
04 dustbunnys 03:02
05 my distance 03:20
06 sick building 04:36
07 noise never sleeps 04:22
08 don't eat yourself 02:20
09 monsters exist 03:13
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Bernd Oppl ist Horace und 'Noise Never Sleeps' ist sein erstes Statement im Albumformat. Seit 2004 schlägt der Linzer an verschiedensten Orten zwischen klassischer Konzertsituation und experimentierfreudigem Dancefloor sein Notebook auf und läßt eine Kaskade an wohl durchdachten und sorgfältig organisierten Sounds los. Gerne wird sein Live-Set von befreundeten Videokünstlerinnen wie Sabine Stuller oder Verena Resch begleitet, aber im Mittelpunkt steht immer das, was Horace seiner Festplatte an Klängen entlockt. Doch: Laptop-Musik in 2007, ohne folky Gitarrengeklimper oder Neo-Klassik-Gewaber, geht das denn noch? Oh ja, das geht, und wie!

Horace-Musik ist zwar abstrakt, umgeht aber geschickt die Informatik-Leistungskurs-Special-Effect-Langeweile, die viele Plugin-Checker für so erstrebenswert halten. Der Beat darf sich ruhig mal entfalten, damit's spannend bleibt geht das Stück trotzdem ganz anders aus, als es angefangen hat. Kleine Geschichten aus Sound, zuhören, sonst verpasst Du was! IDM, Intelligent Dance Music? Ach, lieber Kopfhörer auf und miterleben, wie Horace die warmen Melodie-Partikel seiner Tracks hinter einem dreifach gebrochenen Beat und einer Wand aus pastellig abgetöntem Noise versteckt, dabei dennoch nicht die Bassline aus den Augen verliert. Mitwippen geht trotzdem. Oder einer in Trockeneis gezeugten Ambient-Fläche beim Flirt mit zerhäckselten Sub-Bässen beiwohnen, bis dann plötzlich ein harmoniesüchtiges Loop die Nackenhaare wohlig aufrecht stehen läßt. Hier hat sich jemand zum Ziel gesetzt: in einem Track muß möglichst viel passieren, sonst steh' ich morgens gar nicht erst auf. Und Horace hat recht damit, jede Sekunde ist spannend, ständig passiert etwas, eben: 'Noise Never Sleeps'. Die Tracks sind dabei häufig von einer intensiven Spannung durchzogen. Mal implodieren die Klänge fast, mal scheint alles langsam zu zerfasern, nur um im nächsten Moment mit einem zwingenden Beat wieder auf die Mittelspur zurückzukehren. Und da Horace in einem Stück mehr erzählt als andere auf ganzen LP-Seiten, ist folgerichtig nach 33 Minuten Schluss. Man kann ja nochmals Play drücken und sich freuen, dass einem keine halbgaren Filler die Zeit stehlen, sondern jemand aus der vollen Vielfalt schöpft und dennoch 1a auf den Punkt kommt. (Tobias Lindemann)